Inzidenz, Impfung, Intensivbetten: Corona-Zahlen: Wie heftig ist die Omikron-Welle im Zeitvergleich?

Omikron sorgt für Rekordzahlen bei den Neuinfektionen, allerdings bei milderen Verläufen. Vergleichen Sie die aktuellen Werte zu Inzidenzen, Intensivbetten und Todesfällen mit den Meldungen vor genau einem Jahr - oder wählen Sie jeden beliebigen Zeitraum.

Corona-Indikatoren
Anzahl Neuinfektionen pro 100.000 EW in 7 Tagen
Ganz Deutschland
Vergleichszeitraum
Impfquote (Erstimpfung)

Die Omikron-Welle hat auch Deutschland mit voller Wucht getroffen und treibt die Pandemie hierzulande zu immer neuen Rekorden. Im Januar meldete das Robert-Koch-Institut erstmals mehr als 80.000 Neuinfektionen an einem Tag (Stand 11.1.2022) in ganz Deutschland. Die Inzidenz lag an diesem Tag bei 408 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen innerhalb einer Woche - und fiel damit 145 Prozent höher aus als genau ein Jahr zuvor.

Die 400er-Marke war bereits im November durchbrochen worden, als noch die Delta-Variante die Pandemie bestimmte. Nach einem Höhepunkt Anfang Dezember ebbte diese vierte Welle ab. Doch Omikron machte Hoffnungen auf eine weitere Entspannung der Lage zunichte. Die neue Variante gilt als 2,5- bis 3,5-mal infektiöser als Delta.

7-Tage-Inzidenz weiter wichtiges Maß

Wie heftig die Omikron-Welle wirklich trotz des steilen Anstiegs ausfällt, ist noch unklar. Denn allein durch die aktuell bestätigten Corona-Fallzahlen und Inzidenzwerte ist die Lage nicht mit den Coronawellen zuvor vergleichbar. Die anderen Virus-Varianten, Antigen-Schnelltests und die Impfungen verzerren den Vergleich. Und Omikron sorgt Studien zufolge für mildere Verläufe. Dennoch gibt die Inzidenz weiter wichtige Hinweise über das Ausmaß der Pandemie, wenn weitere Faktoren betrachtet werden.

So hat die Krankheitslast durch Covid-19 in Deutschlands Kliniken und auf den Intensivstationen nach Delta abgenommen. Die Grafik zeigt zur besseren Einschätzung des Corona-Geschehens neben der Inzidenz auch die gemeldeten Todesfälle und Zahl der Covid-19-Patient*innen auf Intensivstationen. Hinzu kommt bei allem drei Indikatoren der bundesweite Anteil der Geimpften an der gesamten Bevölkerung.

Omikron als Ticket aus der Pandemie?

Im Idealfall könnten die milderen Verläufe Druck vom Gesundheitssystem nehmen. Noch gibt es keine längst keine Entwarnung: Die schiere Masse an Infektionen könnte Intensivstationen und auch andere Krankenhausabteilungen an den Rand der Belastungsgrenze bringen. Durch Impfen kann das Ausmaß deutlich begrenzt werden.

Es gibt zugleich auch die Hoffnung, dass Omikron das Ende der Pandemie einleiten könnte - hin zu einer endemischen Lage. Endemisch bedeutet zwar nicht, dass das Virus verschwinden wird. Corona würde saisonmäßig auftreten, aber das Gesundheitssystem nicht mehr insgesamt überlasten. Ein relativ normaler Alltag wäre möglich - wie bei einer Grippewelle.



Datenquellen: Robert Koch-Institut und DIVI-Intensivregister
Werte basieren auf den Meldeständen am jeweiligen Tag
Diesen Artikel teilen:
Funke Interaktiv Logo
Ein Projekt des Interaktiv-Teams der Funke Mediengruppe.
Weitere Anwendungen des Teams finden Sie in unserem Portfolio. Haben Sie Anmerkungen oder einen Fehler entdeckt? Wir freuen uns über Ihre Mail.
Westfalenpost, 15.11.2021
Impressum / Datenschutz
Lesen Sie weiter
So breitet sich das Coronavirus aus
Der Coronavirus-Monitor zeigt die aktuellen Zahlen in Deutschland, Europa und weltweit auf einer interaktiven Karte.
Zum Artikel
Weitere Arbeiten zum Thema
Die Lage auf den Intensivstationen
Der Klinik-Monitor zeigt, in welchen Kliniken die COVID-19-Patienten behandelt werden und die aktuelle Auslastung der Intensivstationen.
Corona-Inzidenz nach Alter – aktuell und im Zeitverlauf
Wie stark infizieren sich Kinder im Vergleich zu Alten? Welche Altersgruppe hat die höchste Inzidenz? Die Corona-Gefahr nach Alter – mit interaktiver Karte.